Faszination Sportschießen

 

Ich habe einmal irgendwo einige Leitsätze für das sportliche Schießen entdeckt. Sie sind  sicherlich nicht offiziell, aber nach meinen Erfahrungen von mehr als 50ig Jahren sind sie zutreffend.

  

Wer sich   an die Leitsätze des Schießsportes hält, wird in diesem Sport viel Freude und  wirkliche Erfüllung erleben.

    

Die Leitsätze lauten:

  

 

·       Das Sportschießen verlangt Willenskraft und Selbstüberwindung

  


·       Das Sportschießen erfordert Ehrlichkeit und Regeltreue.

  


·       Das Sportschießen dient der körperlichen Ertüchtigung und der Formung der Selbstbeherrschung.

  


·       Das Sportschießen sucht und fordert die persönliche Leistung.

  


·       Das Sportschießen soll frohes Spiel bleiben, Entspannung und Erholung bedeuten.

  


·       Das Sportschießen fördert in der Wettkampfbegegnung Freundschaft und Brüderlichkeit unter den Schützen.

  


·       Das Sportschießen kennt keinen Wettkampf ohne Fairness.

  


   

·       Das Sportschießen unterscheidet sich wesentlich vom Traditionsschießen.


Der Schießsport erfordert für Spitzenleistung - bedingt   durch die Technik der Gewehre und deren Zubehör - eine optimale Ausrüstung   für jeden Schützen. Es kommen immer neue Ausrüstungen mit immer wieder  verfeinerter Präzision der Waffen auf den Markt, die es dem Schützen  erschweren, eine für sich optimale Waffe zu erwerben.
  Aus diesem Grund sind die Schützenvereine bestrebt, auch in Zeiten knapper Kassen, den Schützen ein vielfältiges Angebot an Vereinswaffen zur Verfügung  zu stellen, um die für sich die optimale Waffe herauszufinden oder den Mitgliedern, die keine Bestrebungen nach einer eigenen Waffe haben, dennoch die Möglichkeit zu geben  an Wettkämpfen und   Meisterschaften teil zu nehmen.

  


Jeder Verein muss wie Privathaushalte mit den Finanzen auskommen. Die Anschaffung von neuer Ausrüstung ist kostenintensiv. Der Schützenverein Tell Schafbrücke e.V. hat  in den letzten Jahren seine Vereinswaffen ständig erweitert und erneuert und   kann daher den Schützen, denen die Mittel für eine eigene Ausrüstung fehlt,   zeitgemäße Ausrüstung zur Verfügung stellen. Für Jugendliche stehen spezielle   Jugendgewehre zur Verfügung.


Wie in anderen Sportarten auch, ist für Spitzenleistungen jedoch das eigene Sportgerät von großer Bedeutung,   da man dieses auf seine Belange einrichten kann, ohne auf die Belange anderer   - wie bei Vereinswaffen nötig – Rücksicht nehmen zu müssen. Hat man einmal   eine solche Anschaffung getätigt, so hat man dies sicherlich für viele Jahre   getan, auch wenn sich die Technik weiter verbessern wird. Für ein   ordentliches Ergebnis ist in der Regel nicht die Waffe zuständig, sondern die   Einstellung des Schützen. Viele Unbeteiligte meinen beim heutigen Stand der   Technik ist es überhaupt kein Problem eine „Zehn“ zu treffen. Sicherlich hat   die Technik es für den Schützen in der Handhabung einfacher gemacht, jedoch   das Zielen und „Wackeln“ kann auch die Technik dem Schützen nicht abnehmen.

  


Da die Anschaffung einer eigenen   Ausrüstung aber mit einer nicht gerade geringen Geldsumme verbunden ist, ist   ein neuer Schütze, auch wenn er noch so gute Veranlagungen mitbringt, zunächst   einmal auf die Vereinsausrüstung angewiesen. Später sollte es jedoch für den   nach sportlichen Erfolgen suchenden Schützen das Bestreben sein eine eigene   Waffe zu besitzen und seine Ausrüstung nach seinen Belangen zu verfeinern, da der Verein dies nur in begrenztem Maße tun kann. 

 

 

LOGOS


 F e s t r e d e zum 50jährigen Jubiläum des Schützenverein Tell Schafbrücke e.V.

 

Verehrte Festgäste, liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder !

Fünfzig Jahre Schützenverein Tell Schafbrücke e.V., das sind fünfzig Jahre Sport und Vereinsleben, Siege, Niederlagen, Jugendarbeit, vor allem jedoch Freude und Spaß.

Und meine Familie und ich waren immer mit Herzblut dabei.

Doch der eigentliche Initiator und Gründer dieser Erfolgsgeschichte war unser leider bereits 2005 verstorbener Helmut Klein, dessen Bild zwischen uns dort an der Wand hängt, den Auswärtige nur "de Jule" nannten und den Alfred immer noch reden hört, wenn er auf der Toilette ist. Er war ein echtes Original, mit allen Ecken und Kanten.

Am 17.01.1964 um 20:00 Uhr fand hier im Gasthaus "Zum Jule" die Geburt des Vereins in einer Gründungsversammlung mit folgenden 7 Personen statt:

Helmut Klein

Arthur Klein

Ruth Klein

Erich Wagner

Wolfgang Mudter

Manfred Werner

Otto Schanne.

 

Es begann eine stürmische Entwicklung. Bau von zunächst 2 Schießständen im Keller mit 10 m Eternitkanälen im Garten, eine nicht gerade schöne, aber kostengünstige Konstruktion.

Eifriges Training mit dem einzigen Gewehr von Manfred Werner, der zuvor schon in Bischmisheim und in Bous in einer höheren Klasse geschossen hatte und seine Erfahrungen weitergeben konnte. 3 weitere Stände der besonderen Art wurden installiert und ein Vereinsgewehr über Spenden finanziert, so dass im Herbst 1964 bereits eine Luftgewehrmannschaft an den Rundenkämpfen teilnehmen konnte, die sensationell 1965 gleich ungeschlagen Rundenkampfsieger wurde. In der Mannschaft schossen Hubert Kryl, Hermann Weisang, Otto Schanne, Manfred Werner und Arthur Klein.

Die Mitgliederzahl war inzwischen auf über 40 angestiegen. Das erste Schützenfest mit Festzelt und 12 Schießständen wurde 1965 auf dem heutigen Gelände des Verkaufszentrums der BMW mit überregionaler Teilnahme durchgeführt. Sicher ein Kraftakt für einen so jungen und kleinen Verein. Danach gab es auch erste Streitigkeiten über die Einnahmen-Verteilung, da der Zeltbetrieb durch den Wirt übernommen wurde. Dieser Streit gipfelte schließlich in der Auseinandersetzung zweier Brüder mit dem Ergebnis einer Spaltung des Vereins. Die ausgeschlossenen Mitglieder gründeten die Sportschützen Schafbrücke, die sich jedoch nach einigen Jahren wieder auflösten. Sportlich war es ein Aderlass, mit Mühe und Not konnte noch eine Luftgewehrmannschaft zusammengestellt werden.

Doch schon im Jahr 1966 machte mein Bruder Lothar Furore, wurde mit 142 von 150 Ringen Juniorenkreismeister und wurde bei den Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden mit 555 Ringen 22. bei den Junioren, obwohl wir zuerst auf dem falschen Schießstand landeten, uns zum Richtigen durchfragen mussten und so die Startzeit nicht einhalten konnten. Anmeldung, Waffenkontrolle alles im Laufschritt. Das Probeschießen bereits in vollem Gange, gerade noch 2 Probeschüsse konnte er mit dem Vereinsgewehr abgeben. Und dann noch eine solche Leistung.

 Mit Kontuinität im Vorstand ging es weiter aufwärts.

Um mich jedoch nicht in der Vergangenheit  zu verlieren, möchte ich den Blick zurück damit abschließen. Dafür haben wir ja unsere Dokumentation auf DVD, die später vorgestellt wird.

Nur noch einige Schlagzeilen über die vergangenen 50 Jahre:

·      47 Schützenfeste mit Preisschießen für Schützenvereine und spezielle Bürgerschießen bis 2011

·      ca. 30 Jahre Vereinsfahrten. Da fällt mir gerade eine lustige Episode ein, die während der Fahrt nach Sohren passierte: Wir wollten die Fahrt mit einem Freundschaftsschießen mit dem dortigen Schützenverein verbinden. Der Bus fuhr unsere Mannschaft zu dem etwas abgelegenen KK-Schießstand. Wir begannen mit einem Probeschießen, da wir keinerlei Erfahrungen mit Kleinkaliber hatten. Die Sohrener Schützen zeigten uns, wie man angestrichen auf 50 Meter schießt. Günter Scheller, Helmut, Lothar und ich schossen aber lieber freihändig. Nachdem jeder von uns ein paar Probeschüsse abgegeben hatte, wollten wir die Mannschaftsaufstellung für den Wettkampf auf Papier bringen. Aber leider waren in der Zwischenzeit dem Gegner die Schützen abhanden gekommen. Unsere Probeergebnisse hatten sie scheinbar so beeindruckt, dass sie geflüchtet waren. Das Schießen fiel leider aus, aber wir haben anschließend in der Schinderhanneshöhle des Landgasthofes kräftig gefeiert.

·      Freundschaftliche Verbindungen mit Vergleichsschießen mit der Bundeswehr und dem Hauptzollamt Saarbrücken

·      Als einziger Schützenverein mehrfache Teilnahme mit einer Mannschaft am Internationalen Schießen der Zollverwaltungen in Bexbach mit 10 verschiedenen Waffen u.a. K98, FN1, Uzzi.

·      Freundschaftsschießen mit Sedanshöhe Kaiserslautern, Rod and Gun Club Ramstein, Nahbollenbach, Weisenheim am Sand, Hütschenhausen, Rodenbach, Stambach, Diana Breitenbach, Diana Reinheim, Diana Orscholz u.a.

·      Teilnahme über einen Zeitraum von 28 Jahren am Staffelsteiner Freihandschießen

·      Jährliche Vergleichsschießen mit den Reservisten Lebach und Teilnahme an deren Gästeschießen mit Militärwaffen, Besuch im Schießkino

·      Mitgliederhöchststand 100, Prominente Showmaster Manfred Sexauer, Dieter Thomas Heck

·      1972 Höhenpunkte Fahnenweihe, Neubau Schießstand

Die Liste ließe sich sicher noch weiterführen.

Doch schauen wir lieber auf Gegenwart und Zukunft. Das gesellschaftliche Umfeld hat sich radikal verändert. Ökonomie und Finanzkrisen dominieren, die Politik steht ziemlich hilflos daneben. Die ständige Leistungsverdichtung im Beruf überfordert bereits viele Menschen und lässt kaum noch Zeit für sportliche Aktivitäten. Dabei könnte der Sport für einen Ausgleich sehr hilfreich sein.

Die Vereine stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Die Mitgliederzahlen sind stark rückläufig, in 10 Jahren etwa ein Drittel. Dabei stehen wir erst am Anfang der "Demografiekrise"! Wahrscheinlich aus schulischen Gründen geht der Organisationsgrad nun auch bei Kindern und Jugendlichen zurück. Vor allem aber nimmt die ehrenamtliche Arbeit von jungen Menschen ab und dies führt unweigerlich zur Existenzbedrohung für die Vereine.

Diese Tendenzen sind durch Analysen in entsprechenden Studien bestätigt, an einer Studie der Sporthochschule Köln habe ich selbst mit Daten unseres Vereins teilgenommen.

Die Schützen haben noch zusätzliche Nachteile wie zum Beispiel das Einstiegsalter von 12 Jahren, schlechtes Image seit dem Amoklauf von Erfurt, verschärftes Waffenrecht und neue Richtlinien für Schießstände.

Angebote wie Ehrenamtsbörse, vielfältige Schulungen und Kongresse werden kaum von neuen Ehrenamtlichen genutzt. Es ist schon bezeichnend, wenn man bei dem kürzlich durchgeführten Kongress des Sports die Empfehlung ausspricht, zur Abhilfe der Probleme Kooperationen und Fusionen ein zu gehen.  

Auch unsrem Verein wird auf längere Sicht nichts anderes übrig bleiben, da alle beschriebenen Trends in unserem Verein anzutreffen sind. Das ehrenamtliche Korsett ist inzwischen so dünn, dass schon der Ausfall  Einzelner zum Aus führen kann. Ich möchte allerdings meine Rede nicht mit solch trüben Aussichten beenden. Es wäre schön, wenn die heutige Jubiläumsfeier und unsere Dokumentation dazu führen würden, dass sich vor allem unsere jugendlichen Mitglieder zu größerem Engagement entschließen könnten, da es sich sicher lohnt, unseren schönen Sport und die freundschaftlichen Bindungen - wie sie sich wieder deutlich bei unserer 1. Maiwanderung gezeigt haben -

erfolgreich fort zu setzen. Denn wie sagte schon Aristoteles: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Auf unseren Verein, auf unsere Freundschaft, auf unsere  Zukunft ..... ein dreifach Gut Schuss, gut Schuss, gut Schuss!

Otto Schanne

Oberschützenmeister

 

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